Der Glaube · 03

Ramadan.

Der Fastenmonat — Zeit der inneren Einkehr, der Gemeinschaft und der Solidarität.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders — für Muslime weltweit eine Zeit der spirituellen Erneuerung, der Besinnung und der gelebten Gemeinschaft. Er ist mehr als ein Fastenmonat: Er ist ein Trainingslager der Seele.

Das Fasten im Ramadan ist die vierte Säule des Islam. Vom ersten Lichtstrahl bis zum Sonnenuntergang verzichten Muslime auf Essen, Trinken und weltliche Genüsse — nicht als Selbstzweck, sondern als bewusster Akt der Hinwendung zu Gott. Der Verzicht schärft die Achtsamkeit für Selbstverständliches, weckt Dankbarkeit und erinnert daran, wie viele Menschen jeden Tag mit Hunger leben.

Doch der Ramadan ist nicht Verzicht allein. Mit dem Iftar — dem gemeinsamen Fastenbrechen bei Sonnenuntergang — entstehen Begegnungen, die das Jahr prägen: Familien sitzen abends zusammen, Moscheen öffnen ihre Türen, Nachbarn werden eingeladen. Die Nächte gehören dem Gebet und der Rezitation des Korans, der in diesem Monat herabgesandt wurde. Es ist die Zeit, in der Geduld, Großzügigkeit und Versöhnung neu eingeübt werden — Werte, die weit über den Monat hinaus tragen.

Der Ramadan endet mit dem Ramazan Bayramı (Eid al-Fitr), dem Fest des Fastenbrechens — einer Feier der Dankbarkeit, der Familie und der Gemeinschaft.

DITIB Merkez Moschee Duisburg-Marxloh
DITIB Merkez Moschee · Duisburg-Marxloh

Bedeutung & Praxis.

Im Ramadan wurde nach islamischer Überlieferung der Koran zum ersten Mal offenbart. Aus diesem Grund hat dieser Monat einen besonderen Stellenwert. Muslime erhöhen in dieser Zeit das Studium des Korans, das Gebet und die wohltätigen Werke.

Der Tagesablauf

Der Tag beginnt mit dem Sahūr — einer Mahlzeit vor Anbruch der Morgendämmerung. Mit dem Morgengebet beginnt das Fasten. Es endet mit dem İftar beim Abendgebet, traditionell oft mit einer Dattel und einem Glas Wasser, gefolgt von einer gemeinsamen Mahlzeit.

Lailat al-Qadr — Die Nacht der Bestimmung

In den letzten zehn Nächten des Ramadan liegt die Kadir Gecesi, die Nacht der Bestimmung. Sie gilt als die wertvollste Nacht im Jahr — der Koran beschreibt sie als „besser als tausend Monate".

Sozialer Charakter

Ramadan ist gelebte Gemeinschaft: Familien und Nachbarn brechen gemeinsam das Fasten, Moscheen laden zu Iftar-Tafeln ein, und die Zekat al-Fitr — eine kleine Pflichtabgabe vor dem Ramadan-Fest — stellt sicher, dass auch sozial schwächere Mitmenschen am Fest teilhaben können.

Eid al-Fitr — Das Ramadan-Fest.

Das Ende des Ramadan wird mit dem Ramazan Bayramı begangen — dem Ramadan-Fest. Drei Tage lang feiern Muslime weltweit den erfolgreichen Abschluss des Fastens. Das Fest beginnt mit dem gemeinsamen Festgebet in der Moschee, gefolgt von Besuchen bei Familie und Freunden, gegenseitigen Glückwünschen und der Pflege sozialer Bindungen.

Tipps für Schule und Beruf

In Schule und Beruf können Muslime den Arbeitgeber, Lehrer und Kollegen über das Fasten informieren. Verständnis und Rücksichtnahme sind hier — wie bei allen Religionsgemeinschaften — ein wichtiger Bestandteil gelebter Vielfalt in Deutschland.

Quellen: DITIB · Diyanet İşleri Başkanlığı · Hutbe-Archiv